Island Informationen

Steinige Landschaft in Island

über Island

Seien Sie gespannt auf Ihren Island-Urlaub im Land aus Feuer und Eis, auf das Land der Nordlichter und Vulkane und das Land der Geister, Götter, Elfen und Feen. Eine Island-Reise bietet unglaublich viel!

Hier finden Sie viele nützliche Information über Island als Reiseland.
Alle Informationen

Impressionen


Hier möchten wir Sie zu einer virtuellen Island-Reise einladen:
  • Island Hochland bei Landmannalaugar
  • Island Wasserfall Godafoss
  • Island Reykjavik Tjoernin
  • Nordisland Halbinsel Vatnsnes
  • Suedisland Hochlandoase Gjain
  • Suedisland Gjain
  • Nordostisland Weiler bei Kopasker
  • Island Heradsvotn bei Hofstadir
  • Island Blafjall am Myvatn
  • Island Wasserfall Dettifoss
  • Island Hochland Rhyolitberge Landmannalaugar
  • Island Miklavatn bei Siglufjoerdur
ISLAND TOURISTISCH

Einreisebestimmungen

Island ist Mitglied des Schengener Abkommens. Das Abkommen wurde bisher von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Holland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern unterzeichnet. Reisende aus den Mitgliedsländern dieses Abkommens müssen sich prinzipiell nicht mehr ausweisen. Dies gilt auch für diejenigen Reisenden, die nicht Bürger eines der Schengen-Staaten sind, aber ein Visum für die Schengen-Staaten besitzen. Es ist jedoch ratsam, einen noch mindestens 3 Monate gültigen Personalausweis oder Reisepaß zur Identifkation mitzuführen.

Viele Bürger anderer Länder wie z.B. Großbritannien, Irland, Liechtenstein, Polen, Slowakei, Slowenien und Schweiz können ohne Visa mit einem mindestens noch 3 Monate gültigen Reisepaß einreisen nach Island einreisen.

Das Schengener Abkommen gilt nicht für mitgebrachtes Gepäck, das weiterhin kontrolliert werden kann.

Unter www.utl.is ist die Liste der Staaten einsehen, deren Bürger Visa benötigen. Dort sind auch die visavergebenden Konsulate benannt.

Geldwechsel

Zahlungsmittel ist die Isländische Krone (ISK). Es ist sehr empfehlenswert, Bargeld erst in Island zu wechseln. Die erste geldwechselnde Bank finden Sie im Flughafen Keflavik.
Alternativ können Sie Bargeld an den vielen Geldautomaten mit Ihrer Maestro Card oder Kreditkarte abheben.
Am preiswertesten ist aber die Zahlung direkt mit der Kreditkarte - an den Tankstellen übrigens nur unter Verwendung der PIN.

Reykjavik

Die nördlichste Hauptstadt Europas - im Jahre 2000 als Europäische Kulturstadt ausgezeichnet - bietet Bürgern und Besuchern als dynamische, weltoffene und junge Stadt viel Lebensqualität in grüner Umgebung. Das großstädtische Leben findet inmitten einer atemberaubenden Kulisse zwischen Meeresbuchten und Bergen in der Ferne statt. Die Luft ist ungewöhnlich rein, die Stadt ist übersäht von kleineren und größeren Parks. Die Bebauung ist bis auf wenige Ausnahmen im neuen Business District sehr flach gehalten. Einstöckige Einfamilienhäuser dominieren die Architektur in den Wohnbezirken, die bis ins Zentrum hineinreichen.
Reykjavík hat mit der Hallgrimskirche und der Perlan - einem drehbaren Aussichtsrestaurant auf den weißen Heißwassertanks von Oskjuhlid oberhalb des Flughafens - zwei weithin sichtbare Wahrzeichen.

Oper und Ballett

-Íslenska Óperan (Opernhaus), Gamla Bío, Ingólfstraeti, Tel. 551 1475
-Íslandic Ballet, Lindarbaer 9, Lindargata, Tel. 567 9188
-Icelandic Dance Company, Borgarleikhusinu, Tel. 588 900

Theater
-Nationaltheater, Hverfisgata, Tel. 551 1200 (auch Musicals)
-Reykjavík City Theatre, Listabraut, Kringlan, Tel. 568 8000 (auch isl. Ballett)
-Idnó Theatre, Vonarstraeti 3, Tel. 530 3030 (Musik, Theater)

Konzerte
-Harpa, Austurbakki 2, Tel. 528 5050
-Háskòlabid, Hagatorg, Tel. 552 2140
-Salurinn, Hamraborg 6, 200 Kópavogur, Tel. 570 0400 (Klassische Musik)
-Laugardalshöll, Sigtún, Tel. 553 8990 (Shows etc.)

Kulturzentren
-Nordic House (Alvar Aalto), Gerduberg 3-5,Tel. 575 7700
-Culture House, Hverfisgata 15, Tel. 545 1400


Restaurants, Pubs, Discos und Musikclubs
Die Szene ändert sich für den Informationsdienst eines Reiseveranstalters viel zu schnell. Einen guten aktuellen Überblick gibt es unter Visit Reykjavik / Wine & Dine und Visit Reykjavik / Nightlife.

Touristisches Preisniveau

Die vor allem im Verhältnis zum Euro wiedererstarkte Isländische Krone und eine durch das starke Anwachsen des Tourismus getriebene Inflation hat besonders bei Hotels und Restaurants zu Preisen geführt, die denen vor 2008 nahe kommen. Island liegt damit preislich im oberen Viertel europäischer Reiseländer. Durch eine bewußte Auswahl von Lebensmitteln lassen sich die Nebenkosten einer Reise bei Selbstverpflegern in erträglichen Grenzen halten. Für Besuche in Restaurants sind bei den beliebten Dreigänge-Menüs dagegen Preise zwischen 55 und 75 EUR ohne Getränke pro Person mit steigender Tendenz zu kallkulieren. Andererseits sind die Preise für Flüge und Mietwagen in den letzten Jahren aufgrund des stark gewachsenen Angebots stagnierend bis leicht rückläufig, was sich auf den Gesamtreisepreis dämpfend auswirkt.

Reisewetter

Der Golfstrom verhilft Island trotz seiner nördlichen Lage unterhalb des Polarkreises zu einem vergleichsweisen moderaten Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Das Wetter ist vorallem im Westen Islands sehr wechselhaft. Wettervorhersagen sind in en.vedur.is einzusehen. Auf der Website können auch Apps für Mobilgeräte herunter geladen werden.

Temperaturen

Tagesdurchschnittstemperaturen in Reykjavík

Januar 1,5 Grad C
Februar 2,0 Grad C
März 3,5 Grad C
April 6,0 Grad C
Mai 9,5 Grad C
Juni 12,0 Grad C
Juli 14,5 Grad C
August 14,0 Grad C
September 10,5 Grad C
Oktober 7,0 Grad C
November 4,5 Grad C
Dezember 2,0 Grad C

Tageslicht in Reykjavík (Std.)

1. Januar 4,5
1. Februar 7,2
1. März 10,2
1. April 13,5
1. Mai 16,8
1. Juni 23,2
1. Juli 23,8
1. August 18,0
1. September 14,6
1. Oktober 11,5
1. November 8,0
1. Dezember 5,0

Was Sie tun und was Sie lassen sollten

Die Isländern sind meist sehr entspannte und gelassene Menschen. Dies unterscheidet sie oft wohltuend von vielen Mitteleuropäern. Als Besucher kann man bei dem hohen Niveau an Toleranz eigentlich nicht viel falsch machen. Wie überall auf der Welt gilt auch in Island der einfache Grundsatz, sich am besten so zu verhalten, wie es die Einheimischen vormachen. Nachfolgend gibt es deswegen nur wenige Verhaltensempfehlungen.

Kleiderkonventionen
Sie sollten sich in der Natur wie die Isländer sehr praktisch kleiden. Outdoor-Bekleidung und festes Schuhwerk sind als Schutz gegen Wind und Wetter sehr zu empfehlen. Wer allerdings in eleganten Restaurants einkehren möchte, sollte sich dafür entsprechende Kleidung mitnehmen, um die isländischen Restaurantbesucher nicht zu brüskieren. Wer bei Isländern zu Hause eingeladen ist, zieht Schuhe egal welcher Machart direkt an der Eingangstüre aus. Vor dem Baden in den Thermalbädern wird von allen Besuchern erwartet, dass sie sich gründlich und ohne Badebekleidung waschen, damit das ungechlorte Badewasser sauber bleibt. Wer sich nicht daran hält, wird höflich aber bestimmt zum Verlassen des Schwimmbads gebeten. Über erzürnte Berichte in der US-amerikanischen Presse ist man dann in Island höchstens amüsiert.

Schwierige Themen
Wie in jeder Demokratie ist die Wahl von Gesprächsthemen den jeweiligen Gesprächspartnern anzupassen. Es gibt sehr kontroverse Ansichten zu Themen wie Walfang, Aluminiumverhüttung und Naturschutz, EU-Beitritt, Religionsausübung und Zuwanderung. Eher humorvoll werden dagegen unvorsichtige Bemerkungen zum Elfenglauben aufgenommen. Aber nennen Sie bitte die einzigartigen, widerstandsfähigen und schlauen Islandpferde nur dann Ponies, wenn Sie ein umbuchbares Rückflugticket haben!

Offroading
Auch wenn Offroad-Fahren mit geeigneten 4x4-Fahrzeugen viel Spaß machen kann, ist das Verlassen von Hochlandpisten überall zum Schutz der empfindlichen Natur streng verboten und mit hohen Strafen belegt.

Trinkgeld
Trinkgeld ist in Island unüblich und wird auch nicht von Touristen erwartet. Bei dem oft noch sehr zurückhaltenden Service ist man auch selten versucht, Trinkgeld zu geben.
ISLAND POLITISCH & WIRTSCHAFTLICH

ZAHLEN UND FAKTEN

Island ist der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die im Nordatlantik liegende Hauptinsel von Island ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Der seit 1944 von Dänemark unabhängige Inselstaat Island ist Gründungsmitglied der NATO, obwohl er keine militärischen Streitkräfte unterhält.

Landesfläche: 103.000 km²
(zum Vergleich Portugal: 92.000 km²)

Einwohner: ca. 330.000

Hauptstadt: Reykjavik (ca. 120.000 Einwohner)
Groß-Reykjavik: ca. 198.000)

Währung: Isländische Krone (ISK)

Staatsform: Parlamentarische Republik seit 1944, davor dänische Kolonie und dänisches Unions-Königreich

Mitgliedschaften: NATO, EFTA, EWR, Schengen
Der Aufnahmeantrag für die EU wurde 2015 zurückgenommen.

Religion: Christen 96% (überwiegend Lutheraner)

Bevölkerung: Isländer 95%, Dänen 1% u.a.

Hauptexportzweige: Fischereiprodukte, Tourismus, Aluminiumproduktion, Bio-Technologie, EDV/Kommunikation u.a. Dienstleistungen

Tourismus: zweitwichtigster Wirtschaftszweig, ca. 15.000 Beschäftigte (2014), ca. 1 Mio.Touristen (2014)

Brutto-Inlandsprodukt 2014: 51.900 USD/Kopf (USA:54.400 USD, BRD:48.100)

Kommunikation: welthöchste PC/Handy-Nutzungsrate pro Kopf; Roaming mit GSM in den Städten und in vielen Gegenden der Küste und des Hochlands möglich

REGIERUNG, JUSTIZ UND VERWALTUNG

Island hat seit der Unabhängigkeit im Jahr 1944 eine parlamentarische Demokratie.
Das Volk wählt alle vier Jahre den Staatspräsidenten in direkter Wahl. Seine Befugnisse sind überwiegend repräsentativer Art.
Spätestens alle vier Jahre wählt das Volk die 63 Abgeordneten des Parlaments (Althing) in direkter Wahl nach einem modifizierten Verhältniswahlrecht.Der Staatspräsident ernennt nach den Wahlen einen Premierminister, der seine Minister frei aus den Reihen der Abgeordneten oder außerparlamentarisch bestimmen kann.
Aufgrund der zahlreichen im Althing vertretenen Parteien sind Koalitionsregierungen die Regel.

Die Rechtsprechung ist zweistufig in acht Bezirksgerichte und einen auch für Verfassungsangelegenheiten zuständigen Obersten Gerichtshof gegliedert. Die Richter werden vom Justizminister ernannt.
In Ausnahmefällen (Anklage gegen Minister oder den Präsidenten) wird das Landesgericht einberufen.
Dies geschah zuletzt 2010.

Die Exekutive unterhalb der Regierung ist in acht Regionen gegliedert, die in 23 Landkreise und 20 kreisfreie Gemeinden unterteilt sind. Darunter befinden sich auf der untersten Verwaltungsebene die Gemeinden.

WÄHRUNG UND INFLATION

Die Währung Island ist die Isländische Krone (ISK). Die isländische Notenbank hat seit 1961 das alleinige Recht, Geld in Umlauf zu bringen.

Bis zur Finanzkrise im Jahr 2008 schwankte die Währung in einer Bandbreite von 75 bis 100 ISK je Euro.
Während des Kollapses der drei großen isländischen Banken schwächte sich der Kurs der Währung einige Wochen lang bis über 350 ISK/EUR ab, bevor die Notenbank strikte Kapitalmarktkontrollen einführte.

Die Kapitalmarktkontrollen sind in reduzierter Form in Kraft. Die Notenbank legt täglich einen offiziellen Mittelkurs zu den international wichtigen Währungen fest. Der Kurs hat sich im Verhältnis zu allen Währungen seit 2009 schrittweise mit der Gesundung des Finanzsystems erholt.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Islands schwankte die Währung bis Anfang 2014 in einer Bandbreite von 150 bis 170 ISK je Euro. Seit der geldpolitisch gewollten Abwertung des Euro wertete die Krone bis 140 ISK/EUR auf. An dieser Entwicklung konnte auch die im Vergleich zur EU höhere Inflation (ca. 4 % in 2015) nichts ändern. Eine Absenkung der Inflationsrate ist angesichts der vollausgelasteten wirtschaftlichen Kapazitäten und des Mangels an Arbeitskräften in vielen Bereichen der Wirtschaft unwahrscheinlich. Manche Ökonomen befürchten das erneute Herannahen einer Kreditblase, auch wenn diese durch die erfolgten Strukturreformen nicht mehr so groß anwachsen kann wie vor 2008.

ARBEITSLOSIGKEIT

Nach der Finanzkrise 2008 hatte Island eine ungewöhnlich hohe Arbeitslosigkeit von knapp 10% der Erwerbsbevölkerung. Ausländische Saisonarbeitskräfte verließen das Land fast vollständig. Während der Sanierungsphase von 2009 bis 2012 sank die Arbeitslosigkeit stetig auf das heutige (2015) Niveau von rund 4% ab.
Zwei Prozentpunkte gehen davon auf eine strukturelle Arbeitslosigkeit zurück. Ungelernte, meist ältere Arbeitskräfte aus traditionellen Wirtschaftszwiege wie Fischerei und Landwirtschaft finden keine Arbeit mehr, während in anderen Sektoren offene Stellen nur unzureichend mit Arbeitskräften aus dem europäischen Ausland besetzt werden können.
Im Tourismus z.B. herrscht ein großer, teilweise aber nur saisonaler Bedarf an Arbeitskräften. Traditionell fehlen hier gut ausgebildete, servieorientierte Mitarbeiter mit Fremdspachenkenntnissen. In diesem Bereich wird es auf längere Sicht angesichts des boomenden Tourismus viele offene Stellen geben.
Veranstaltungskalender

Januar & Februar

Winterlicht-Festival mit Museumsnacht, Reykjavik
5.2.16 - 8.2.16
www.vetrarhatid.is

Sonar Festival of Advanced Music, Reykjavik
18.2.-20.2.16
sonarreykjavik.com

März & April

Food&Fun Festival, Reykjavik
2.3.16 - 6.3.16
www.foodandfun.is

Iceland Winter Games, Akureyri
Ende März-Anfang April
www.icelandwintergames.com

Blues Festival, Reykjavik
Ende März
www.blues.is

Reykjavik Schach Open
März
www.reykjavikopen.com

Mai & Juni

Kunstfestival, Reykjavik
Mitte Mai - Anfang Juni
www.listahid.is

Nationalfeiertag, 17.6.

Arctic Golf Open Festival, Akureyri
22.6.16. - 25.6.16
www.arcticopen.is

Musikfestival, Isafjördur
23.6.-26.6.16
www.viddjupid.is

Landsmot Islandpferdeshow, Hólar
27.6.16 - 3.7.16
www.landsmot.is

Wikingerfestival, Hornafjördur
Mitte Juni
www.fjorukrain.is

Juli & August

Ultra Marathon Laugavegur, Landmannalaugar
16.7.16
www.marathon.is

Gay Pride Reykjavik
2.8.16 - 7.8.16
www.rainbowreykjavik.is

Reykjavik Marathon
20.8.16
www.marathon.is

Kulturnacht Reykjavik
20.8.16
www.menningarnott.is

Internationales Theaterfestival, Reykjavik
Ende August
www.lokal.is

Internationales Tanzfestival, Reykjavik
Ende August
www.lokal.is

September & Oktober

Internationales Filmfest, Reykjavik
24.9.16 - 4.10.16
www.riff.is

Airwaves Musikfestival, Reykjavik
2.11.16 - 6.11.16
www.icelandairwaves.is

November & Dezember

Weihnachten
www.visitreykjavik.is

Sylvesterfeiern mit großem Feuerwerk, Reykjavik
www.visitreykjavik.is
Fest- und Feiertage
2016

1. Januar - Neujahr

24. März - Gründonnerstag

25. März - Karfreitag

28. März - Ostermontag

21. April - Erster Sommertag

1. Mai - Tag der Arbeit

5. Mai - Himmelfahrt

16. Mai - Pfingstmontag

17. Juni - Nationalfeiertag

1. August - Handelsfeiertag

24.-26. Dezember - Weihnachten

31. Dezember - Silvester
Island aktuell

Kräftiger Ausbau der Hotelkapazitäten in Island bis Ende 2018

Island erhält 2.300 zusätzliche Hotelbetten bis Ende 2018. Dies teilte die Online-Zeitung mbl.is am 18.11.2015 unter Berufung auf eine Erhebung der Landsbanki Islands mit. Gegenüber dem Stand Ende 2013 werde die Bettenkapazität des Landes um rund 27% erweitert. Dafür würden umgerechnet 335 Mio.EUR in Grundstücke und Bauten investiert. Die Ausweitung beträfe hauptsächlich den Großraum Reykjavik und umfasse auch Großprojekte wie das schon eröffnete Fosshotel Reykjavik, das Marriott Hotel neben der "Harpa" und das erste 5-Sterne-Hotel Islands bei der "Blauen Lagune".

Der Ausbau ist angesichts der starken Zunahme von Flugverbindungen dringend nötig. Es ist allerdings davon auszugehen, dass viele kleinere Hotelprojekte auf dem Land entweder aus erhebungstechnischen Gründen nicht in der Studie der Landsbanki erfasst worden oder noch gar nicht beschlossen sind. Ein tatsächlicher Ausbau der Kapazitäten um 35-40% ist deshalb bei einer Fortsetzung des Booms und untere Berücksichtigung der kurzfristigen Planungshorizonte in Island als realistisch zu erachten.

Flottenerneuerung bei Air Iceland

Die auf kleinere Flugziele in Island und Grönland spezialisierte Fluggesellschaft Air Iceland steht vor einer großen Erneuerung ihrer Flotte. Die betagten fünf Turboprops vom Typ Fokker 50 werden ab Frühjahr 2016 sukzessive durch Turboprops des kanadischen Herstellers Bombardier ersetzt. Die ersten drei Bombardier Dash 8Q-400 haben inklusive des umfangreichen Trainings von Piloten und Technikern ein Investitionsvolumen von gut 20 Mio. Euro. Sie werden zwischen Februar und Juli 2016 in Dienst gestellt. Die nächsten zwei Dash 8Q-400 stoßen wahrscheinlich 2017 zur dann reinen Bombardier-Flotte (2 Dash 8Q-200 und 5 Dash 8Q-400). Die erste der betagten Fokker 50 hat Reykjavik bereits mit dem Ziel Kongo verlassen. Die 50 Jahre alte Ära der Fokker-Flugzeuge bei Air iceland neigt sich dem Ende zu.

Bau des Flughafen-Expresszugs Reykjavik - Keflavik rückt näher

Der schon seit längerer Zeit diskutierte Bau der ersten Bahnstrecke Islands zwischen Reykjavik und dem internationalen Flughafen Keflavik wird immer wahrscheinlicher.

Einer Meldung der online-Zeitung mbl.is vom 15.12.16 zufolge bereiten sich die vom geplanten Streckenverlauf betroffenen Gemeinde auf die Unterzeichnung eines Vertrages gegen Ende Januar 2016 vor, der die Projektvorbereitung und das Raumordnungsverfahren regeln soll. Die Express-Bahnstrecke soll vom Busbahnhof BSI zunächst unterirdisch, außerhalb der jetzigen Bebaungen des Großraums Reykjavik dann oberirdisch in etwa parallel zur Nationalstraße 41 zum Flughafen Keflavik verlaufen und die heutige Fahrzeit von ca. 45 Minuten auf 15-18 Minuten verkürzen. Nach heutigen Schätzungen belaufen sich die notwendigen Investitionen auf umgerechnet über eine Milliarde EUR.

Ob das Projekt öffentlich, privat oder als Public-Private-Partnership betrieben werden soll, ist bisher nicht entschieden. Es wäre aber in jedem Fall ein wichtiger Meilenstein in der infrastrukturellen und touristischen Entwicklung des Landes.

Tourismusrekord Island 2015 - Frühes Buchen ist wichtig

Nach Angaben des isländischen Fremdenverkehrsamtes haben 2015 rund 1,3 Mio. Touristen Island besucht. Dies bedeutet eine Steigerung von 30% oder einen absoluten Zuwachs von rund 300 000 Besuchern gegenüber dem Vorjahr. Nicht eingerechnet in diese Zahlen sind die knapp 100 000 Kreuzfahrer, die ihre Schiffe nur für kurze Landgänge verlassen.

Der Anteil der Besucher aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich beträgt etwa 12% an der Gesamtzahl der Touristen . Die größten Zuwächse sind 2015 aus USA und Großbritannien erreicht worden, die zusammen nun 34% aller touristischen Ankünfte stellen.

Der Tourismus hat mit diesen eindrucksvollen Zuwächsen seine Bedeutung für die isländische Volkswirtschaft als zweitwichtigster Wirtschaftszweig nach der Fischindustrie unterstrichen. Gleichzeitig wurden damit aber auch die zunehmenden Engpässe in der touristischen Infrastruktur (v.a. Mangel an Bettenkapazitäten) deutlich. Bis zum nachfragegerechten Ausbau der Strukturen bleibt allen an einer Reise nach Island Interessierten nur eines übrig: Frühes Buchen!

Island braucht 30.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland bis 2030

Nach Angaben der Vorsitzenden des Isländischen Industrieverbands hat die isländische Wirtschaft einen jährlichen Bedarf von 2.000 ausländischen Arbeitskräften für die nächsten 15 Jahre. Wie Gudrun Hafsteinnsdottir am 10. März 2016 auf der Jahrestagung des Verbands mitteilte, basiert der errechnete Bedarf auf dem prognostizierten Wachstum der Wirtschaft und der sich ungünstig verändernden Struktur der isländischen Erwerbsbevölkerung.

Das zunehmende Durchschnittsalter, die abnehmende Geburtenrate und oft mehrjährige Auslandsaufenthalte vieler erwerbsfähiger Isländer schmälern die zur Finanzierung der isländischen Rentner notwendige Zahl an Erwerbstätigen so sehr, dass ein Zufluss von qualifizierten und nicht-qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland unumgänglich erscheint, um Wohlstandsverluste für die Gesamtbevölkerung zu vermeiden.

Quelle: www.mbl.is

Der Präsident, die Kandidatur, die Panama Papers und die Präsidentengattin

Der seit 20 Jahre im Amt befindliche Präsident Olafur Ragnar Grimsson hat am 9. Mai 2016 erklärt, dass er nicht zur nächsten Präsidentenwahl Islands am 25. Juni 2016 kandidieren werde. Das hatte er eigentlich schon in seiner Neujahrsansprache erklärt. Nach dem von ihm letztlich vollendeten Rücktritt des Regierungschefs im Zuge der Veröffentlichungen der Panama Paper hatte er diesen Entschluß im April aber mit der Begründung revidiert, das Land brauche nun doch ein sechstes Mal seine langjährige Erfahrung zur Meisterung der politischen Krise. Nachdem nun etliche weitere politische Schwergewichte wie z.B. der ehemalige Premier David Oddson ihre Kandidatur erklärt haben, sieht der Präsident keine besondere Notwendigkeit für seine Kandidatur mehr. Oder waren es eher die drastisch gesunkenen Umfragewerte bei den Wählern, die ihm sein ziemlich unglaubwürdiges Verhalten seit der von den Panama Papers veröffentlichen Information zur Last legen, die Eltern seiner Frau Dorrit Mousaieff hielten über die Kanzlei Mossack Fonseca Anteile an einer Offshore-Firma auf den British Virgin Islands eingerichtet. Der Präsident hatte mehrfach und nachdrücklich beteuert, dass seine Familie niemals in den Panama Papers genannt werden könnte. Nun sagt er aus, nichts von den Geldgeschäften der Familie seiner Frau gewußt zu haben. Diese Aussage ist zumindest ziemlich naiv und schützt vor Strafe nicht, falls die Offshore-Geschäfte zu Steuerhinziehungen geführt haben sollten. Die neue Volte bei der Kandidatur offenbart aber ganz klar: die Trauben hängen dem amtierenden Präsidenten inzwischen viel zu hoch.

Die Zukunft des Stadtflughafens in Reykjavik

Der isländische Innenminister Ólöf Nordal hat den Bürgermeister Reykjaviks Ende August wissen lassen, dass alle städtebaulichen Pläne einen bis mindestens 2022 fortlaufenden Betrieb des Stadtflughafens berücksichtigen. Darüber hinaus könne erst dann über die Zukunft des Stadtflughafens entschieden werden, wenn das isländische Parlament über eine zwischen den Verkehrsbehörden des Landes abgestimmte Vorlage abgestimmt hat. Damit sind bestehende Planungen einer teilweisen Schliessung des Flughafens bzw. eines Neubaus ausserhalb des städtischen Großraums erst einmal auf Eis gelegt.

Das ist vielleicht ganz gut so. Die bisherigen Diskussionen sind überwiegend davon bestimmt, dass die Einwohner der Großraums von Reykjavik möglichst schnell in andere Regionen Islands reisen können. Umgekehrt gilt dies auch für den Wunsch der dort lebenden Reisenden, auf schnellstem Weg in die Hauptstadt zu kommen. Diese Interessen befriedigt ein zentral gelegener Stadtflughafen am besten - ob es nun der existierende, nicht ausbaufähige, innenstadtnahe Gebiete mit Immissionen störende und auf bestem Bauentwicklungsland liegende Flughafen ist oder ein Neubau am Rand der Stadt.

In der öffentlichen Diskussion wird wenig über eine mögliche Verlegung des gesamten Inlandsverkehrs auf den 45 km von Zentrum entfernt liegenden internationalen Flughafen Keflavik diskutiert. Reisende aus Städten wie Akureyri und Egilsstadir würden ohne den lästigen und zeitraubenden Transfer zwischen Stadtflughafen und internationalem Flughafen ins Ausland reisen können. Ausländische Touristen kämen bequemer und billiger an ihr isländisches Reiseziel. Die Straßen würden entlastet, zusätzliche Flugverbindungen würden aufgrund der Bündelung nationaler und internationaler Verkehrsströme entstehen. Die Stadt Reykjavik hätte eine Lärmquelle weniger und viel attraktives Bauland mehr.

Allerdings erfordert eine Zusammenlegung den Ausbau des interationalen Flughafens in Keflavik und eine Schnellbahnanbindung an den Großraum Reykjavik. Die Investitionen für beide Maßnahmen wären sicherlich deutlich geringer als ein Neubau eines Stadtflughafens, der die Nachteile eines getrennten Systems von Inlands- und Auslandsflügen auf Generationen hinaus zementieren würde.

Regierungsbildung in zweiter Runde

Nachdem Bjarni Benediktsson von der Unabhängigkeitspartei mit seinen Bemühungen, eine Regierungskoalition zu bilden, gescheitert war, hat der Staatspräsident am 16. November 2016 nunmehr Katrín Jakobsdóttir von den Links-Grünen mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Die Links-Grünen haben 15,9% der Stimmen bzw. 10 von 64 Parlamentssitzen bei der Wahl am 29. Oktober 2016 erreicht.
Katrín Jakobsdóttir strebt eine Mitte-Links-Koalition an. Da die Verhandlungen der zweiten Runde mit vielen Parteien geführt werden müssen, ist wiederum nicht mit einem schnellen Ergebnis der Sondierungen und Verhandlungen zur rechnen.

Regierungsbildung die Vierte

Auch in kollektiver Verantwortung ist es den Vorsitzenden der im Parlament vertretenen Parteien- fast erwartungsgemäß - nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Präsident Gudni Th. Johannsson ist deswegen nun zu dem bisher allerdings schon zweimal gescheiterten Modus der Beauftragung einer einzelnen Partei zurückgekehrt. Er hat am Nachmittag des 2.12.2016 die Parteivorsitzende der Piratenpartei Birgitta Jónsdóttir formell mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Die Piratenpartei ist mit 14,5% der Stimmen und zehn Parlamentssitzen als drittstärkste Kraft aus den OKtoberwahlen hervorgegangen.

Wowair expandiert – weitere Großflughäfen im Sommerprogramm 2016

Die noch junge isländische Billigfluggesellschaft Wowair expandiert im Sommer 2016 kräftig. Neun neue Flugziele kommen dazu, nur zwei bisher geflogene Routen werden gestrichen. Das Bemerkenswerte an dieser Expansion: die neuen Flugziele sind fast ausnahmslos Großflughäfen wie Frankfurt, San Francisco oder Los Angeles. Genauso bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Geschäftsmodell von Wowair dem erfolgreichen Modell ihrer noch weit größeren Konkurrentin Icelandair immer ähnlicher wird. Über den jetzt schon aus allen Nähten platzenden Heimatflughafen Keflavik werden Ziele in Nordamerika und Europa miteinander verbunden. Der Anteil an umsteigenden Passagieren wächst überproportional, da Island als Reiseziel die zusätzliche Kapazität gar nicht aufnehmen kann. Drehscheibenfliegerei ist aber hochkomplex und erfordert viel operationelle Erfahrung. Wowair schreckt zudem nicht davor zurück, Icelandair immer häufiger auf deren angestammten Strecken - wie z.B. nach Frankfurt - anzugreifen. Ist dieses überaus mutige Vorgehen klug oder ein Zeichen von – bei inhabergeführten Fluggesellschaften weltweit nicht selten – beginnender Selbstüberschätzung? Wowair schreibt im Geschäftsjahr 2015 erstmalig seit der Gründung 2012 schwarzen Zahlen (ca. 7,7 Mio €) .

Wowair hat gegenüber Icelandair zwei nicht zu unterschätzende Vorteile bei den Kosten. Die Gehälter der jungen Gesellschaft sind niedriger, die junge Airbus-Flotte ist effizienter als die betagte Boeing-Flotte der Konkurrentin. Allerdings hat Icelandair deutliche Vorteile auf der Ertragsseite. Dank eines auch für den Geschäftsreisenden interessanten Dreiklassenkonzepts mit Business Class, Premium-Economy Class und Economy Class sind die Einnahmen pro angebotenem Sitzkilometer deutlich höher als bei Wowair. Abkommen mit anderen Fluggesellschaften bringen zusätzliche Passagiere und erhöhen den Sitzladefaktor. Die für höhere Zuladungen ausgelegte Flotte von Icelandair erzeugt zusätzliche Erlöse durch die Mitnahme von Fracht. Icelandair hat demnach ausreichend Spielraum für Preiskämpfe in der Economy Class auf konkurrierenden Strecken. Dies ist eine schlechte Nachricht für Wowair, aber eine gute für den Reisenden.

Vollbeschäftigung in Island wieder erreicht

Die Ende Januar 2016 veröffentlichten Zahlen des isländischen Zentrums für Statistik bestätigen die bisher schon bestehende Vermutung, dass die Arbeitslosigkeit wieder auf das Niveau von 2007 gesunken ist. Mit einer Arbeitslosigkeit von 1,9 % zum Jahresende 2015 (bzw. saisonal bereinigt von 2,3%) hat Island wieder ein Vollbeschäftigungsniveau erreicht, das Ökonomen bei einem aus strukturellen Gründen als unvermeidlich bzw. sogar sinnvoll geltenden Arbeitslosigkeitswert von 2 % verorten. Das Land hat damit - weitestgehend aus eigener Kraft - die Folgen des finanzwirtschaftlichen Zusammenbruchs von 2008 überwunden. Die Kehrseite des Erfolgs zeigt sich jedoch schon seit einiger Zeit durch einen Mangel an Facharbeitskräften in Wachstumsbranchen wie z.B. dem Tourismus, der nur unzureichend durch den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte aufgefangen werden kann. Der Arbeitskräftemangel und die hohe Kapazitätsauslastung der Wirtschaft führen in vielen Bereichen bereits zu deutlichen Preissteigerungen. Regierung und Notenbank sind nun in der Verantwortung, durch kluge Maßnahmen eine schädliche Überhitzung der Konjunktur vermeiden zu helfen.

Trinkgelder in Island unüblich, aber zur Weitergabe willkommen

Der boomende Tourismus rüttelt an einer isländischen Tradition: Trinkgeld war bisher auch für guten Service verpönt. Vielen Gästen aus Ländern, in den Trinkgeld für das Servicepersonal in Restaurants und anderen Dienstleistungsbetrieben ein teilweise extrem wichtiger Bestandteil des Einkommens ist, zeigen oft großes Unverständnis angesichts dieser isländischen Tradition. Trotz der eindeutigen Hinweise, dass der Service bereits in den Preisen einkalkuliert ist, geben zufriedene Touristen immer häufiger Trinkgeld und bringen damit zumindest das isländische Personal in Verlegenheit.

Im Hotel Rangá in der Nähe des südisländischen Ortes Hella, einem der wenigen 4-Sterne-Hotels ausserhalb von Reykjavik, hat man in diesem Dilemma eine salomonische Lösung gefunden. Wie das Hotelmangement am 26.2.16 mitteilt, informiert einen kleiner Hinweis in der Speisekarte, dass das Personal eventuell zugedachte Trinkgelder gerne akzeptiere, um sie dann direkt und ohne Abzüge an die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Such- und Rettungsdienstes SAR in Anerkennung ihrer immer wichtiger werdenden Arbeit weiterzugeben.

Island und die Panama Papers

Die Veröffentlichung der Panama Papers Anfang April 2016 scheint für Island einige Rekorde mitzubringen. Erstens verzeichnet Island mit angeblich 600 Namen isländischer Staatsangehöriger pro Kopf der Bevölkerung mehr Nennungen in den Dokumenten als jeder andere Staat. Zweitens haben sich - wiederum im Verhältnis zu Einwohnerzahl - nirgendwo sonst so viele Bürger seit der Veröffentlichung der Panama Papers zu Demonstrationen gegen die Regierung des Landes zusammengefunden. Mit Bananenwürfen (nicht ganz billig) haben sie ihre Wut über die selbstgerechten Regierenden ihrer "Bananenrepublik" gezeigt. Und drittens war der isländische Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson der erste der in den Dokumenten genannte Regierungschefs weltweit, der sich unter dem Druck der Straße (siehe zweiter Rekord) nicht mehr länger wegducken konnte und von seinem Amt zurücktreten mußte.

Was bedeuten nun diese Rekorde real? Erstens haben etliche der Politiker, die nach dem Finanzcrash von 2008 Reformen zum finanziellen Wiederaufbau und zum Schutz des Landes vor künftigen Krisen beschlossen hatten, sich zumindest gegen den Geist der Reformen, wenn nicht gegen die reformierten Gesetze selbst verstoßen. Dieses Verhalten ist juristisch zu verfolgen. Zweitens ist die Wut der Bürger, die nach 2008 die ganze Last des Zusammenbruchs bewundernswert bravourös getragen haben, wegen der Verfehlungen ihrer politischen Vertreter noch unerbittlicher geworden. Bei den vorgezogenen Neuwahlen werden die etablierten Parteien wahrscheinlich ein Desaster erleben. Drittens wird das Land - nicht zuletzt die touristische Infrastruktur -von dem aus Offshore-Gebieten freiwillig oder zwangsweise zurückfließenden Kapital nur profitieren können.

Island sicherstes Land der Welt

Der jährlich ermittelte Global Peace Index (GPI) sieht auch für 2015 Island an der Spitze. Zusammen mit Dänemark und Österreich gehört Island zu den sichersten Ländern der Erde. Das in Sydney ansässige australische Institute of Economics and Peace hat für die Ermittlung des GPI 163 Länder nach 23 Merkmalen wie z.B. Zahl der Gewaltverbrechen, Ausmaß des politischen Terros oder Umfang des Waffenhandels bewertet. Island führt den Weltfriedensindex seit Jahren an.

Island hat einen neuen Präsidenten gewählt

Dr. Gudni Johannesson wird am 1. August 2016 neuer Präsident Islands. Bei der Wahl am 25. Juni 2016 ging der 48-Jährige mit knapp 40% der abgegebenen Wählerstimmen mit deutlichem Vorsprung als Sieger hervor. Der parteilose, politikunerfahrene Geschichtswissenschaftler und TV-Kommentator will sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger Olafur Grimsson aus der klüngeldominierten Politik des Landes heraushalten und ein Präsident für alle Isländer sein.

Tourismus mit 10% Anteil an Wirtschaftsleistung Islands

Nach einer Mitte September 2016 veröffentlichten Studie der Arion Bank trägt der Tourismus direkt und indirekt im Jahr 2016 zu etwa 10% des isländischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei. Die online-Zeitung icelandmonitor.mbl.is zitiert am 21.9.2016 aus der Studie und berichtet, dass damit der Anteil des touristischen Sektors den BIP-Anteil der Aluminium-Industrie (9-10%) übertroffen und den der Fischerei-Industrie mit 11-12% fast erreicht habe. Bei der Hochrechnung des touristischen Wachstums wird der Tourismus spätestens 2018 der wichtigste Wirtschaftszweig Islands geworden sein.
Bis 2018 wird ein Zuwachs der touristisch bestimmten Arbeitsplätze um mindestens 10.000 Stellen prognostiziert. Angesichts der derzeitigen Vollbeschäftigung können diese Stellen nur mit einer fast gleichhohen Zuwanderung an ausländischen Arbeitskräften gefüllt werden.

Konservative mit Regierungsbildung beauftragt

Die Parlamentswahlen am 29. Oktober 2016 haben zur einem Patt geführt. Keine der sieben ins Parlament gewählten Parteien hat eine regierungsfähige Sitzmehrheit erreicht. Die mitte-rechtskonservative Unabhängigkeitspartei unter dem Noch-Finanzminister Bjarni Benediktsson ist mit 29% der Stimmen bzw. 21 von insgesamt 63 Sitzen als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen. Größter Verlierer war die tief in den Skandal um die "Panama Papers" verstrickte rechtsliberale Fortschrittspartei mit acht Sitzen (minus 11 Sitze), die nicht mehr als mögliche Koalitionspartner für die Unabhängigkeitspartei in Betracht kommen.

Die Unabhängigskeitspartei ist vom Staatspräsidenten Gudni Th. Johannsson am 2. November mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Welche Parteien die restlichen elf zur Mehrheit notwendigen Sitze beisteuern werden, wird nun in wahrscheinlich alles andere als einfachen Sondierungsgesprächen ermittelt werden.

Regierungsbildung in kollektiver Verantwortung

Nachdem auch Katrín Jakobsdóttir von den Links-Grünen mit ihrem Versuch gescheitert ist, eine Regierungskoalition zu bilden, hat es Staatspräsident Gudni Th. Johannsson am 25. November 2016 in einem Gespräch mit Vertretern aller im Parlament vertretenen Parteien abgelehnt, in der dritten Runde nochmals eine einzelne Partei mit der Findung einer Koalitionsregierung zu beauftragen. Stattdessen hat er die Verantwortung zu Bildung einer Regierung nunmehr kollektiv allen Parteien übertragen. Ob diese Entscheidung clever war und nun schneller zu einer handlungsfähigen Regierung führen wird, bleibt abzuwarten.
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